Politikwissenschaftlich fundierte Entscheidungshilfe zur Bundestagswahl
Unser Verein hat vor der Bundestagswahl 2025 eine Studie bei Prof. Dr. Christian Martin von der Christian-Albrechts-Universität Kiel in Auftrag gegeben, bei der eine wissenschaftlich fundierte Entscheidungshilfe entstanden ist. Die Entscheidungshilfe richtet sich insbesondere an Unternehmen und deren Beschäftigte, um ihnen eine transparente, objektive und leicht verständliche Orientierung bei der Entscheidung für eine Partei zu geben.
Die Initiative – Ein Beitrag zur politischen Bildung
Unsere Demokratie lebt davon, dass sich Menschen aktiv an ihr beteiligen. Doch viele haben nicht die Zeit, sich durch umfassende Wahlprogramme zu arbeiten. Angesichts der Komplexität politischer Programme und der Vielzahl an Themen, die bei einer Wahl berücksichtigt werden müssen, will dieser Auftrag eine Lücke schließen.
Die Entscheidungshilfe wurde als übersichtliches Faltblatt in Papierform sowie in digitaler Form erstellt. Sie kann ab sofort in Unternehmen verteilt, über digitale Schwarze Bretter, Newsletter und Intranet an die Mitarbeitenden weitergegeben werden.
Wissenschaftlich fundierte Analyse der Wahlprogramme
In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Martin wurden die Wahlprogramme von sieben Parteien – SPD, Union, Grüne, Linke, FDP, AfD und BSW – untersucht. Dabei lag der Fokus auf elf zentralen Themenbereichen wie Klimaschutz, Migration, wirtschaftliche Freiheit und Weltoffenheit. Ziel war es nicht, Wahlempfehlungen auszusprechen, sondern eine transparente Grundlage zu schaffen, die es Wählern ermöglicht, informierte Entscheidungen zu treffen.
Die zentralen Erkenntnisse der Studie
Die Analyse ergab klare Differenzen zwischen den Parteien in verschiedenen Themenbereichen:
- Klimaschutz: Die Grünen und die SPD legen die größten Ambitionen an den Tag, während die Union gemäßigtere Positionen vertritt und die AfD den Klimaschutz am wenigsten priorisiert.
- Migration: Während die Grünen und SPD eine offene Migrationspolitik vertreten, verfolgen die Union und AfD restriktivere Ansätze.
Weltoffenheit und Diversität: Hier erzielen die Grünen und SPD Spitzenwerte, während die AfD den mit Abstand niedrigsten Wert erreicht. - Europa: Alle Parteien außer der AfD setzen sich stark für die europäische Zusammenarbeit ein.
- Wirtschaftliche Freiheit vs. Umverteilung: Während FDP und CDU/CSU wirtschaftliche Freiheit betonen, favorisieren SPD, Grüne und Linke eine stärkere Umverteilung und staatliche Regulierung.
- Demokratie und Ukraine: Einigkeit besteht bei der Bedeutung der Demokratie und der Unterstützung der Ukraine, wobei die Detailpositionen variieren.
- Windenergie: Fast alle Parteien unterstützen den Ausbau der Windenergie, jedoch mit unterschiedlichen Priorisierungen.
Die Ergebnisse bieten nicht nur Wählerinnen und Wählern eine fundierte Grundlage, sondern auch Unternehmen die Möglichkeit, sich aktiv mit den politischen Programmen auseinanderzusetzen und die Auswirkungen auf ihre wirtschaftlichen Interessen zu verstehen.
Ein langfristiger Beitrag zur Demokratie
Die Entscheidungshilfe soll nicht nur für die Bundestagswahl genutzt werden, sondern auch als Beispiel für zukünftige politische Bildungsprojekte dienen. Wir sehen darin einen ersten Schritt, um die politische Beteiligung in der Wirtschaft zu stärken und die Demokratie zu fördern.